Das Sanierungskonzept

KorridorEine gemeinsame Herausforderung Das Leitbild des Klosters definiert eine traditionsbewusste Weiterführung des christlichen Erbes: die Unterbringung von Bedürftigen, die Erhaltung der aramäischen Sprache, die Vermittlung der christlichen Werten und die Vermittlung von Liturgie und Ritualen des Urchristentums. Herzstück der Klosteranlage ist die Klosterbibliothek. Das Kloster ist im Besitz von derzeit etwa 8 000 wertvollen Bänden. Einige Bücher wurden vom Kapuzinerorden übernommen, andere stammen aus dem Inventar der syrisch-orthodoxen Kirche. Wertvolle Bücher sind in altaramäischer Sprache geschrieben. Es ist eine grosse Herausforderung, den heutigen Bedürfnissen einer Bibliothek in einem solch historischen und denkmalgeschützten Gebäude gerecht zu werden. Mit einem durchdachten Infrastrukturkonzept und erhöhtem personellem Einsatz ist es möglich, eine nutzungsoptimierte Bibliothek für die wertvollen Bücher zur Verfügung zu stellen. Diese Bibliothek soll nach der Sanierung künftig allen Besuchern und Lernenden im Dachstock des Klosters öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die bauliche Vision

Die Baustruktur des denkmalgeschützten Klostergebäudes ist grundsätzlich intakt. Als die syrisch-orthodoxe Klostergemeinschaft die Anlage 1996 übernahm, war die Infrastruktur jedoch in recht schlechtem Zustand. Die Haustechnik ist veraltet, die Raumstrukturen sind unzweckmässig und dringend sanierungsbedürftig. Mit Hilfe des Amtes für Kulturpflege wurde in Zusammenarbeit mit einem Planerbüro ein detaillierter und priorisierender Sanierungsplan ausgearbeitet, der schrittweise und nach Massgabe der verfügbaren Finanzen vorgehende Renovierungs-, Um- und Anbauvorhaben vorsieht. Die kantonale Denkmalpflege stellt sicher, dass das Projekt mit grossem Respekt saniert und die Handschrift der Jahrhunderte weiter getragen wird.
Die Klosterbibliothek wird im Dachgeschoss eingerichtet. Dank einem neuen Oblicht - in Absprache mit der Denkmalpflege - wird die Bibliothek mit Tageslicht versorgt. Kleine Nischen und Tische laden die Besucher und Lernenden zum Lesen und Verweilen ein. Alle Räume werden nach dem Umbau bedürfnisorientiert eingerichtet. Die 1177 Einrichtung ist ein-fach, aber zweckmässig und beständig. Im Erdgeschoss werden die Räume neu aufgeteilt, um die feuerpolizeilichen Auflagen zu erfüllen. Die Küche wird den heutigen gesetzlichen Anforderungen und klösterlichen Bedürfnissen angepasst. Im nordöstlichen Flügel der Klosteranlage entsteht ein neuer Besammlungsraum. Die Räume im Obergeschoss werden teilweise zu Schlafsälen umfunktioniert und separat mit neuen Sanitärräumen erschlossen. Die Infrastruktur der Schlafräume wird an die heutigen Anforderungen angepasst. So können die vielen jungen Gäste und Lernenden tage- und wochenlang im Obergeschoss beherbergt werden. Der Erzbischof erhält im nordöstlichen Teil des Obergeschosses einen Privatbereich mit Büro und Schlafzimmer.

Geplantes Vorgehen in drei Etappen: Investitions- und Finanzbedarf

Vorgesehen ist in einer ersten Bauetappe die Umsetzung von Sofortmassnahmen zur Instandstellung der baulichen Gebäudestruktur. Zu den Sofortmassnahmen gehören die Isolierung und der Ausbau des gesamten Dachstocks, die Sanierung der Kellerräume sowie der Ersatz der Fenster.

In einer zweiten Bauetappe soll die umfassende Gebäudesanierung vonstattengehen. Die ganze Haustechnik sowie das Obergeschoss mit den Schlafzimmern muss komplett und nachhaltig in denkmalpflegerischem Sinn saniert werden. Die Infrastruktur entspricht nicht mehr den heutigen feuerpolizeilichen, wärme- und hygienetechnischen Anforderungen. Der Kreuzgang wird wegen Feuchtigkeits- und Entwässerungsproblemen ebenfalls saniert. Damit kann der klösterliche Betrieb und Unterhalt längerfristig sichergestellt werden.

Die dritte Bauetappe sieht die Sanierung des Klostergartens vor. Die geplante Fundraising-Aktion ist eine grosse Herausforderung: Ohne Goodwill und engagierte Mithilfe von interessierten Privaten und weiten Kreisen in den Bereichen Kultur, Politik und Wirtschaft können die nötigen Finanzmittel gemäss folgender Aufstellung nicht beigebracht werden, um das kulturelle und bauliche Erbe „St. Avgin“ in eine fruchtbare Zukunft zu führen.